aus dem Mal- und Schreibprojekt zu den Engelbildern von Paul Klee


Mit einer lieben Freundin „arbeite“ ich seit über einem Jahr an einem Mal- und Schreibprojekt. Wir malen Resonanzbilder zu den Engelbildern von Paul Klee und schreiben einen Resonanz-Text oder Gedicht oder Gedanken dazu.

Wir lesen parallel ein Buch, in dem Ingrid Riedel Klees Engelbilder kommentiert. Wir versuchen allerdings unsere eigenen Gedanken und Ideen zu Papier zu bringen.
Eigentlich habe ich es gar nicht so mit Engeln. Obwohl mir hin und wieder im Leben seltsame, kaum erklärbare Dinge widerfahren sind. Zum Beispiel Stürze, die ich völlig unversehrt überstanden habe, obwohl das im Nachhinein betrachtet unmöglich sein kann.

Ingrid Riedel interpretiert die Engel als Persönlichkeitsanteile, die in Paul Klee heranwachsen. Innere Seelenanteile, die von einem kindlichen zu einem erwachsenen, vollkommenen Engel heranwachsen.
Etwas in mir sträubt sich da. Ich fühle es mehr so, dass der „Engel“ in mir von Beginn an „fertig entwickelt“ da ist, wie eine innere Kraft. Eine Kraft, die aber sehr fragil ist. Bedroht. Ein Engel, der sich oft duckt. Dann sich wieder aufbäumt. Der aber nicht kleinzukriegen ist. So eine Art Stehaufmännchen. Mein innerer Engel (zugleich eine Engelin) hat viele Facetten und das widerspiegelt sich in den Zeichnungen und Texten.

Ich habe nicht das Gefühl, dass mein Engel sich entwickeln muss. Ich muss mich entwickeln, mein innerer Engel bleibt.

Ich bin gespannt, wo uns dieser Austausch hinführt. Paul Klee hat viele Engelbilder gemalt!

Kürzlich waren wir in Düsseldorf die Ausstellung von Joan Miró schauen. Ich war fasziniert von seiner Idee auf diese Weise zu malen. Das hat mich zum folgenden Engelbild inspiriert in Antwort auf Paul Klees Bild „in Engelshut auf steilem Weg“:

Resonanzbild zu Paul Klees Engelbild "in Engelshut auf steilem Weg"
Resonanzbild zu Paul Klees Engelbild „in Engelshut auf steilem Weg“

ich bin
mit meinen Engeln
auf steilem Pfad gewesen

meine Engel waren schlauer als

ich
habe gekämpft
bis zum Ende

und das war bitter

schmeckte mir
das Leben, das
ich trank

bis ich beschloss
loszulassen

los
zu lassen

l o s z u l a s s e n

Α ellnsssz Ω

Α Ω

geschrieben im August 2015 von Holda Stern

N.B. Da diese Freundin in Luxemburg wohnt (wenngleich sie aus Deutschland kommt),  schicken wir uns die Zeichnungen und unsere Texte meist zu. Die Bilder haben daher auch Briefformat. Einige Motive werde ich eines Tages großformatig mit Acrylfarbe malen. Da denke ich mit Vorfreude dran 🙂

Liebe Grüße Euch allen und einen erholsamen Sonntag!

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Ein Gedanke zu “aus dem Mal- und Schreibprojekt zu den Engelbildern von Paul Klee

  1. Wir wissen es nicht. Das ist aber nicht weiter schlimm, da vor dem Wissen der Glaube kommt 😉 Selbst glaube ich schon an die Existenz solcher Wesen, die um uns sind und uns behüten wollen. Zufälle existieren für mich schon lange nicht mehr, mir „passiert“ auch nichts, außer Tomaten 🙂

    Lieben Gruß & auch Dir einen schönen Sonntag!

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