Bald 2019


Das letzte Adventslicht

Das letzte Adventslicht brennt. Still und friedlich ist’s im Raum. Draußen fällt der Nebel.

Frost zieht durch Straßen und Gärten, streut und funkelt und blitzt.

Kristalle im Geäst. Geweißelt die Fenster.

Hier herinnen schau ich den Amarylli zu. Leuchten und Atmen.

Dem Neuen Jahr entgegen.

Alles Gute und Liebe, eure Holda Stern

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Melancholie im Mai


… keine Ahnung wieso, mir war heute Abend nach „Suzanne“ von Leonhard Cohen … und nach Gedicht … kann mir jemand das erklären?

 

Melancholie

im Mai

 

müd und leise

zieht der Schmerz

es fröstelt mir

es hat keinen Namen

ist nur Gefühl

ein Hirngespinst

ein Weh, ein Wehn

ein Lüftchen

ein Duft

Maiglöckchen?

Mimose?


im Mai

Melancholie

 

©Holda Stern 4.Mai 2017

 

Melancholie im Mai

 

FRÜHLING!


Ich gehöre zu der Sorte von Menschen, die am ehesten inmitten von Menschen inspiriert und kreativ werden. So schreibe ich liebend gerne am Strand, im Liegestuhl ums Schwimmbad herum, auch mal gern in einem netten Café und natürlich in Schreibwerkstätten. Letztere sind etwas besonders Feines!
Auch male ich gern inmitten einer Gruppe von andern MalerInnen, in ungezwungener Atmosphäre, man plauscht ein wenig über dies und jenes, tauscht Erfahrungen und Wissen aus …

In der Schreibwerkstatt, in die eine liebe Freundin mich dieser Tage mitgenommen hat, entstand das folgende Frühlingsgedicht. Ich wünsche euch soviel Lesegenuss wie ich Schreibgenuss gehabt habe!
Das Bild, das ich euch gerne hier zeige, ist teils im Malkurs an der Freien Kunstschule entstanden, teils zuhause.

 

Wenn der Frühling kommt …

 

Wenn der Frühling kommt, ja,
wenn er denn kommt,
dann kommt er nicht, nein!

Er galoppiert wie ein Pferd,
das seinen Herrn soeben abgeworfen hat, ach was,
er stürmt daher wie ein junger Stier,
den der Landwirt auf die Weide entlassen hat.
Warm und feucht bläst er aus den Nüstern,
glänzend rinnt der Schweiß den heißen Rücken hinunter,
lebendig pulsiert das Blut in den Adern.

Das Herz schlägt schneller, höher und höher.

 

Wenn der Frühling kommt, ja,
wenn er denn endlich kommt,
dann kommt er nicht, nein!

Er hüpft wie ein Mädchen,
das soeben das Schultor hinter sich gelassen hat, ach was,
er rennt daher wie ein Rotznasenbub,
der in der Gass´ an Türen geklingelt und im Laden einen Lutscher geklaut hat.
Süß und klebrig rinnt der Saft die Mundwinkel hinab,
die Augen leuchten in Krokusblau,
rot pulsiert das Blut in den Adern.

Das Herz schlägt schneller, höher und höher.

 

Wenn der Frühling kommt, ja,
wenn er denn kommt,
dann kommt er nicht, nein!

Er fliegt daher wie Feenstaub,
den eine Fee im Walde verloren hat, ach was,
er saust daher wie ein frecher Engel,
der dem Petrus am Himmelstor entwischt ist.
Nun verstreut er all die himmlischen Blüten aus seinem himmlischen Säckel,
dottergelber Duft breitet sich aus,
Schlüsselblumen, Huflattich und Narzissen sprießen aus dem Erdreich

und das Herz schlägt schneller, höher und höher …

… bis du selbst dich engelsam fühlst und alles Schwere hinter dich gelassen hast …

 

© Holda Stern 16. März 2017

 

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Frühlingsgefühle, duftig leicht …

 

Eine wunderschöne Frühlingszeit wünscht euch allen,
eure Holda Stern!

Februargedanken


Seit einiger Zeit empfinde ich mich selbst als nachdenklich – kein Wunder, dass ich den „nachdenklichen Avalokiteshvara“ malen musste. Es sind keine bestimmten, fest umrissenen Gedanken, eher eine Emotion, die mich leise begleitet.

In einem Gedankengedicht versuchte ich dieses Gefühl in Worte zu kleiden, nachdem mir bewusst wurde, dass ich dieses Jahr kein Weihnachtsgedicht geschrieben hatte, ungewöhnlich für mich! Die Worte kamen nur jedoch nur widerspenstig und unvollkommen. Der Text heißt dann auch: „Kein Weihnachtsgedicht“

Kein Weihnachtsgedicht

Ich habe dieses Jahr kein Weihnachtsgedicht geschrieben.
Himmel! Mir fehlte der Mut.
Mir fehlte der Mut, dem Kinde da
– in der Krippe –
in die Augen zu schaun
und zu sagen:
„Alles wird gut!“

Nun frage ich euch,
könnt ihr es ihm statt meiner sagen?
Ihm Trost und Wärme spenden?

Denn ich vermag es nicht
angesichts dessen, was da draußen geschieht,
was das Kind erwartet,
wenn es dereinst erwachsen wird …

Mir kam’s vor als würde Gott selbst
mit der Schulter zucken …

©Holda Stern im  Januar-Februar 2017

 

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Verstecktes Weihnachtslicht

 

Im Rückblick betrachtet war das letzte Jahr für mich persönlich ein gutes Jahr, ein Jahr, das viele, persönliche, kleine Freudensmomente beinhaltete. Dennoch warfen die gesellschaftlichen Ereignisse wie die Flüchtlingsproblematik, Terroranschläge, Großbritanniens baldiger Austritt aus der EU, der hässliche amerikanische Wahlkampf einen Schatten über unser aller Leben. Ich empfinde es als zunehmend schwierig, diese Geschehenisse auszublenden. Letztlich kann ich nicht viel beitragen und kann nur in meinem Umkreis wirken so gut es eben geht. Ich hoffe darauf, dass die Energie eines jeden freundlichen Wortes sich wie eine Welle ausbreitet und unsere Welt etwas heller und leichter gestaltet …

Mit lieben Grüßen an euch alle, eure Holda Stern – Sabina

 

gestern, an meiner tür, der zigeuner mit dem kind


gestern, an meiner tür

der zigeuner mit dem kind

erinnerte mich daran,

dass auch ich

ein verlorenes kind

in einer harten welt bin

ein kind, das verzweifelt

einen platz sucht und

ihn nicht findet

wie weit

es auch reisen mag

ein kind in einer welt

dessen gutheit schale

hauchdünn ist

wie silberglanz auf

glaskugeln

©holda stern 4.12.2016

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Engel in engen Gassen

 Mögen wir in den kommenden Wochen als Engel in engen Gassen unterwegs sein und denen ein gutes Wort zukommen lassen, die unserer Freundlichkeit bedürfen …

Liebe Grüße, eure Holda Stern

„Näherung Luzifer“


So hat Paul Klee eines seiner vielen Engelbilder genannt. Wie einige von euch wissen, tausche ich seit einiger Zeit mit einer Freundin Resonanzbilder und lyrische, kurze Texte aus, die uns zu einem der Engel von Paul Klee einfallen. Wir betrachten einen bestimmten Engel, lesen einen Kommentar dazu, lassen das Ganze auf uns wirken … in der Regel gehen wir eine Zeitlang „schwanger“ mit dem Titel des Bildes, in diesem Fall „Näherung Luzifer“ und versuchen unsere ureigenen Reflektionen zu entwickeln. Manchmal dauert es Wochen, bis endlich die zündende Idee kommt. Dann wird fleißig gemalt und getextet … daraus wurde mein „Engel der Versuchung“:

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Resonanzbild zu Paul Klees „Engel der Versuchung“
Lockruf

so viele Wege locken

richtig?
falsch?

Versuchung so groß
alle gehen?

EINE Entscheidung treffen
ermüdend

richtig?
falsch?

Müssten wir nicht zunächst ver-suchen?



©Holda Stern im Oktober 2016
Wortspiel


versuchen
sich ver-suchen
sich ver-irren
sich - finden?

am falschen Ort
sich ver-sucht
sich ver-irrt
sich - gefunden?

sich nicht gefunden
weiter suchen
versuchen

©Holda Stern im Oktober 2016

Die beiden Gedankengedichte habe ich nach Erstellung der Collage geschrieben. Die Collage spricht eher oberflächliche Versuchungen an mit nur einigen wenigen Andeutungen, dass es sich hier auch um spirituelle Inhalte geht, um Lebenshaltungen, um tiefgründige Lebensfragen. Zum Beispiel: „Wo dein Herz ist, ist auch dein Schatz.“ Wo ist mein/dein Herz?

Mein Fazit nach einigen Überlegungen: Es gibt auch Lockrufe, Versuchungen, denen ich getrost folgen darf. Zum Beispiel dem Lockruf nach einer wahrhaftig gesunden Lebensführung, Geist und Körper betreffend. Dazu gehört auch für mich: „Weniger ist manchmal mehr!“ Und auch: „Dem Mitmenschen zu-geneigt bleiben.“ „Heute ist ein neuer Tag mit neuen Möglichkeiten.“

Ich wünsche euch allen, dass ihr wunderbaren, guten Versuchungen begegnet und sie auskostet bis ins letzte Detail, dass euer Leben reich sein möge an Herz-Zeiten

Holda Stern

Zentangle „Sommerende“


Aus der kleinen Abkühlung der letzten Woche ist eine enorme Hitzewelle geworden. Der Sommer will noch nicht gehen und bauscht sich gewaltig auf. Er klotzt mit drückender Hitze, so ein Angeber!

Als ich dieses Zentangle in den etwas kühleren Morgenstunden gemalt habe, dachte ich sehnsüchtig an eine sanfte, kühle Brise, an schattige, englische Gärten und an das so liebenswerte, englische Ehepaar, mit dem ich nun seit Beginn 2010 befreundet bin.

Vor allem dachte ich an die ältere Dame, sie ist 85 inzwischen und eine große Blumen- und Gartenliebhaberin. So geht uns der Gesprächsstoff nie aus, wenn ich sie und ihren Mann besuche.
Als ich nun beim Zeichnen an sie dachte, fiel mir spontan das Zentanglemuster „Pepper“ ein und ich verwandelte es in eine strahlende Blüte von klassischer Schönheit. Eine „Queen“ eben, so wie ich meine Freundin hin und wieder nenne, denn irgendwie erinnert sie mich an eine Königin, an eine herzensgute „Queen“!

c Sommerende blog

 Sommerende
rote Blüte
prall gefüllte Ähren
ich sehne mich nach
Kühle

 

Zentangle-Kenner werden einige Muster unschwer wiedererkennen, ich bin allerdings immer für Variationen zu haben, sonst wird es langweilig, oder?

Unter anderem findet ihr: Pepper, Verdigogh, Sedglin, Squid, Ynix, Tipple, Fescu, Printemps (ja, auch wenn es ein Sommerende-Zentangle ist) usw. Den Rahmen habe ich oben links bewusst offen gelassen: Das blaue, luftige Printemps symbolisierte für mich den klaren, offenen Himmel, während die prallen Ähren, rechts unten, sich schwer zur Erde neigen, am Ende eines langen Sommers.

Ihr Lieben, ich wünsche euch wunderschöne, laue Sommerende-Abende!

Eure Holda Stern

 

 

Die Wirklichkeit holt mich ein, …


… jedes Mal, wenn ich mir vornehme nochmal einen Blog zu schreiben. Es gibt soviel zu tun:

Das Unkraut hört nicht auf zu wachsen, Trockenheit der letzten Wochen hin oder her. Kein Pardon. Im Gegensatz zu den knospenden Astern, die sich nur mühsam dazu durchringen dicker und praller zu werden. Gestern hat es einige Kilometer von hier sogar gehagelt. Hier? … Fehlanzeige. Ein paar Tropfen Regen.

Ich habe beschlossen diesen Sommer mehr zu unternehmen. Aquarellkurs besucht. Kreative Schreibwerkstatt mitgemacht. Zwei Führungen in Saarlouis. Heute Abend nehme ich an der Literarischen Sommernacht teil im Städtchen Dillingen. Demnächst einen Vortrag EFT (Emotionen fließen lassen, kurz gefasst) anhören.

Eine Granny-Squares-Häkeljacke fertiggestellt. Farbenfrohe Tunika genäht.

Hin und wieder einen Ausflug am Wochenende: Der neue Aussichtsturm an der Cloef. Toll!

Besuch empfangen und selbst Leute besuchen.

Gartenterrasse planen für eine kleine Yogaecke. Das Häusle putzen, jahaaa, muss leider auch sein. Wenn es so heiß ist, eine wahre Qual, die ich nur, wenn es wirklich muss, auf mich nehme.

Inzwischen habe ich wieder begonnen mit kleinen Radtouren. Mit meinem „Vintage“ Rad kann ich fast nur flache Strecken fahren, aber ich sitze darauf wie eine holländische Königin. 🙂

Alles in allem fühle ich mich wohl, vor allem jetzt, wo es ein wenig kühler geworden ist.

Und damit dieser kleine Blog auch komplett ist, hier noch ein paar Fotos aus unserer Englandwoche. Aus „Aidensfield“, eigentlich Goathland, da wurde meine liebste englische Serie „Heartbeat“ gedreht, die ein Jahrzehnt im BBC zu sehen war. Man kann die Gegend per Dampfzug befahren, in den Mooren wandern. Yorkshire ist eine urige, romantische Gegend. Nicht zu vergessen: Whitby, der Hafen und die Kathedrale. Unschlagbar, diese riesige Ruine.

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Aidensfield nowadays

 

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Whitby Cathedral, diese Ruine ist eine Reise wert!

 

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Last but not least, ein Bild aus dem herrlichen „Beth Chatto Garden“, den ich immer wieder gern besuche, ich wollte es wäre mein Garten …

… und noch etwas Kleines, Feines, Wunderschönes. Das fällt mir gerade ein und passt wunderbar zu diesem „Beth Chatto Garden“. Es war das erste Gedicht, das wir in englischer Sprache lernten. Ich bin der Lehrerin bis heute dankbar dafür!

Who Has Seen the Wind?

Christina Rossetti, 18301894

Who has seen the wind? 
Neither I nor you. 
But when the leaves hang trembling, 
The wind is passing through. 
Who has seen the wind? 
Neither you nor I. 
But when the trees bow down their heads, 
The wind is passing by.

 

Liebe Grüße an Euch alle,

Eure Holda Stern

Von Regen und Rosen im Juni und Zentangle


Ich ging im Garten so für mich hin

und schnupperte an Rosen,

so stand mir der Sinn,

als da der Regen troff hinab,

und ich mich schnell ins Haus begab:

Die Arme voller Rosen.

b Rosen im Juni blog
Rosen im Juni

 

Flugs trug ich die Damen ins trockene Haus

und Rosenduft durchwehte das Zimmer,

so taten sie das immer,

als da ich schauend ihre Pracht

von ihnen ein Bildnis ich gemacht:

Zentangle und Rosen!

b Zentangle und Rosen blog
Zentangle und Rosen

 

Ihr Lieben, was soll die Gärtner- und Poetin auch sonst tun, bei solch einem Apriljuniwetter?  Ihr dürft jetzt ruhig mal lächeln 🙂

Liebe Grüße, alles Liebe und Sonne, Sonne im Herzen, eure Holda Stern