Wenn ich einen Wunsch frei hätte …


… dann würde ich:

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… ans Meer fahren und im Strandkleid im warmen Meer mich baden …

Ist das nicht zum Mäusemelken? Drei Frösche im Gartenteich und nicht einer, der prinzlich genug ist, mir diesen Wunsch zu verwirklichen!

Das Pfingstwetter lässt leider zu wünschen übrig … da nehme ich mir doch die Zeit und verjage euch und mir die trüben Gedanken mit einem kleinen Gutwetterblog. Die hübsche Dame fand ich in einer flämischen „Libelle“ Zeitschrift. Nun darf sie sich – in einer Acrylfarbmalerei verewigt – im warmen Meer baden … ohne je einen Sonnenbrand zu erwischen  🙂

Liebe Grüße an all meine lieben LeserInnen, eure Holda Stern – Sabina

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Juchhu, der Frühling kommt!


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Pinkfarbene Tulpenpracht

 

Trotz des leidigen Wetters wagte ich mich dieser Tage in den Garten und schoss diese Photos …

 

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Stiefmütterchenwald

 

… just bevor eine erneute Regenschauer niederging.

 

Sogar die stolzen Magnolien trotzen majestätisch und würdevoll den Aprilschauern:

 

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Stolze Magnolien

 

Meine wundervollen tief pinkfarbenen Tulpen wackelten im Wind und wurden unscharf. Das „Schärfen“ mit Paint.Net ergab dieses reizvolle, fast abstrakte Bild:

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Spiel mit Tulpen

 

Mal wieder was dazugelernt! Auch das verwackeltste Foto kann noch etwas werden, wenn man nur die Fähigkeiten der diversen Computerprogramme kennt  🙂

 

Und zu dieser extravaganten Farbspielerei passt auch mein

 

QueenFarbtubensong

green, green, green
her die Flasche
ab die Lasche
ICH werd die Tasche
von der QUEEN, QUEEN, QUEEN

red, red, red
her die Tube
welch ein Jubel
ICH werd der Pudel
von der QUEEN, QUEEN, QUEEN

yellow, yellow, yellow
her das Töpfchen
weg das Stöpfchen
ICH werd das Krönchen auf dem Köpfchen
von der QUEEN, QUEEN, QUEEN

blue, blue, blue
her den Tiegel
auf den Riegel
ICH werd der Spiegel
von der QUEEN, QUEEN, QUEEN

gold, gold, gold
was will man machen?
ich will’s und werd’s entfachen:
ICH werd das LACHEN
von der QUEEN, QUEEN, QUEEN!

©Sabina/Holda Stern 11.März 2016

Texte an der Leine
Texte an der Leine

Diesen Song habe ich anlässlich der Lesung zur Bildausstellung „Even Queens get the Blues“ (Künstler N. Garjan Walisch) geschrieben und unter anderen vorige Woche in Vianden im alten Kino vorgetragen. Ich berichtete im vorigen Beitrag darüber. Hier ein Bild von einigen Texten, die wir geschrieben haben und die nach dem Vortrag an die Leine gehängt wurden. Ich hoffe, ihr habt ebenso Spass am Farbtubensong wie ich selbst, als ich ihn schrieb!

Alles Liebe, ich drücke uns allen die Daumen, dass der Frühling sich endlich seiner tragenden Rolle als Gutelaunemacher entsinnt, und uns im Mai die Sonne lacht!

Eure Holda Stern

eine schillernde Glaskugel


eine schillernde Glaskugel

inmitten einer harten Welt
niemand mag sie zerstören
jeder fasst sie behutsam an
staunend wird sie betrachtet

eine Wirklichkeit
zerbrechlich wie Glas

so ist die Liebe
so ist die Freiheit
so sind alle wirklich
großen Dinge in dieser Welt

wie viele dieser wirklich großen Dinge,
Werte, Gedanken
werden tagtäglich
durch Unachtsamkeit,
unbewusst ausgeführte Grausamkeit
getreten, gebrochen, zermalmt

achte auf die Glaskugel
tief in Dir

5.2007 Holda Stern

wordpress blog Glaskugel

Manche werden das Gedicht und das Bild erkannt haben: Ich habe nämlich heute in den Texten und Gedichten gestöbert, die ich in meinem vorigen Blog eingestellt hatte. Leider wurde er geschlossen und nun haben viele meiner Blogfreunde hier eine neue „Bleibe“ gefunden. Zum Glück habe ich hier auch neue und alte Blogfreunde (wieder)gefunden oder sie mich. Also ist dieser Beitrag für manche neu und für andere hoffentlich eine schöne Erinnerung.
Ich mag dieses Gedicht noch immer und freue mich, wenn ich es hin und wieder in meinem Gedichteheft wiederfinde.

Last but not least, hier etwas Aktuelles:
Gestern fand eine Queen-Lesung statt in 23, Grand Rue, Vianden (Lux.)  im „Ancien Cinéma“ zu Queen-Bildern von Garjan N. Walisch. Wir von der Schreibwerkstattgruppe Mersch haben Texte gelesen, die wir im Atelier des Künstlers verfasst hatten. Es wurde viel gelacht und geschmunzelt. Ein toller Abend zu einer fantastischen Ausstellung! Diese dauert auch noch bis zum 22. Mai. Vianden, ein kleines, uriges Burgstädtchen ist übrigens auch sonst einen Ausflug wert. Eine Seilbahn führt zur Burg hinauf! Wanderungen gibt es in Hülle und Fülle.

Alles Liebe für euch alle! Eure Holda Stern

„Der kokette Engel“ (Resonanz zu Paul Klees Engel)


Ihr Lieben,

wieder einmal habe ich mich mit einem der Engel Paul Klees beschäftigt. Diesmal mit seinem „koketten“ Engel. Bild und Gedicht waren eine Schwergeburt! Mit „Koketterie“ habe ich nun einmal so gar nichts am Hut, auch wenn ich mich an schönen Mustern und Farben an meiner Kleidung erfreue oder mich ab und zu schminke … ich würde mich eher als einen sinn-lichen Mensch bezeichnen …

Bild und Gedicht konnten erst nach der Niederschrift des Märchens entstehen. Sie sind sozusagen die Essenz, die dem Märchen zugrunde liegt. Deshalb stelle ich hier meine Resonanz zum Thema in der Reihenfolge ein, wie sie entstanden ist:

Der kokette Engel

Weil der kokette Engel nicht Obacht gegeben hatte, fiel er von der weißen Wolke, auf die er und seine Mitstreiter, äh, seine Mitsänger sich zum Neujahrskonzert versammelt hatten.

Schuld war der Spiegel, in dem er sich während jeder noch so kleinen Gesangspause betrachtete. Zu seinem Glück fiel der Spiegel ihm, noch während er von der Wolke kippte, aus der feinen Engelshand. Seine filigranen Engelsflügel konnten sich nämlich nur dann zu einem Fallschirm aufspannen, wenn er mit beiden Händen gleichzeitig an zwei goldene Kordeln zog, die seitlich an seiner schlanken Taille baumelten. Diesmal geistesgegenwärtig genug zog er heftig an beide Kordeln und so landete er nach einer Weile unversehrt, wenn auch unsanft auf den Boden von Mütterchen Erde. „Auatsch“, schimpfte er und rieb sich den Hintern. Ziemlich unkokett für einen so koketten Engel, aber wir mögen es ihm verzeihen. In einer solch unpässlichen Lage!
Der kokette Engel blickte hilfesuchend nach oben, aber die weiße Wolke, auf der seine Kollegen sich befanden, war längst weiter geflogen. Niemand hatte die Notbremse gezogen, und seinem Hilferuf war nur belustigtes Kichern und schadenfrohes Grinsen gefolgt. Hatte der kokette Engel nicht mindestens 1000 Mal seinen Einsatz verpasst, weil er sich wieder nicht von seinem Spiegelbild lösen konnte?

„Den wären wir gut los“, brummte Erzengel Gabriel, und Erzengel Michael fügte hinzu: „Der Teufel soll ihn holen!“

Dieser Ausspruch rief nun seinerseits Väterchen Gott auf den Plan. Zunächst drohte er den beiden Erzengeln mit seinem riesigen Zeigefinger, dann fasste er hurtig den koketten Engel am Kragen, um dessen Fall etwas abzumildern. Etwas, wie gesagt. Denn Strafe muss sein, nicht wahr?

So kam es, dass unser kokettes Engelchen einigermaßen unversehrt, von einem vermatschten, schmerzenden Hintern mal abgesehen, auf Mütterchen Erde landete. Was nun? Der Engel blickte um sich. Zumindest seinen geliebten Spiegel wollte er zurückfinden, denn ohne diesen fühlte er sich nackt wie ein Engel nach dem Bad ohne Flügel. Weit konnte der Spiegel doch nicht sein, oder? Also machte er sich auf die Suche. Lief hierhin. Lief dorthin. Guckte unter die Wurzeln einer alten Eiche, kramte in einem Baumloch, befragte das darin wohnende Eichhörnchen und suchte zusammen mit einer Horde Totenkäfern den Erdboden ab. Der Spiegel aber war und blieb verschwunden.
Müde und traurig setzte er sich auf ein weiches Polsterkissen aus Moos. Vielleicht sieht Väterchen Gott mich und holt mich zurück, dachte er.

Väterchen Gott indes dachte nicht daran! Vielmehr überlegte er, wie er diesem, ach so koketten Engel eine Lektion erteilen könne. Also eine Art Entwicklungshilfe. Heutzutage machte man das so in der Erziehung, das hatte Väterchen Gott in den letzten Jahren dazugelernt. Hin und wieder konnte man ja etwas von den Menschen lernen, nicht wahr?
Väterchen Gott dachte tief nach und hatte plötzlich eine Idee! Die fand er so genial (und auch ziemlich modern), dass sich tief in seinem Bauch ein Lachen bildete. Er lachte so laut los, dass die Engel im Himmel sich zunächst erschraken, auseinanderstoben, sich dann wieder einfanden und dann allesamt von dem Gelächter angesteckt wurden und lachten und lachten, bis die Tränen ihnen die Wangen hinunterkullerten und ihre Bäuchlein schmerzten.

Indes waren dem koketten Engel die Augen vor Müdigkeit zugefallen. Er tat einen tiefen, traurigen Seufzer und schlief ein.

Um ihn herum erwachten die Gräser und Moose zum Leben. Sie wisperten und flüsterten, raschelten und zischelten einander zu. Der arme, hübsche Engel. Wie fein seine goldenen Locken. Augen so blau wie Waldveilchen. Und seht doch: So ein wunderbar golden durchwirktes Kleidchen. Schade, dass er seinen Spiegel verloren hat. Spiegel? Ja, sein Engelspiegel. Magische Kräfte soll er haben. Der Spiegel? Wo ist er nur? Wir sollten unsere Verwandten draußen auf der Lichtung befragen, ob der Spiegel womöglich dorthin gestürzt ist. Gestürzt? Ja, der Engel ist ja vom Himmel gefallen. Armer, koketter Engel. Das hat er nun davon. Wovon? Na, von seiner Koketterie, seiner Eitelkeit. Ob der Spiegel daran schuld ist?

„Ach, hört doch auf!“, riefen die Wiesenkräuter, „wir wollen lieber den Spiegel suchen. Ein magischer Spiegel, das ist mal etwas Spannendes!“

Nun suchte man gemeinsam nach dem Spiegel. Die Gräser und Kräuter, die Moose und Blümlein. Auch die Eulen und Mäuslein, die Nachtfalter und Fledermäuse wurden eingespannt.
Endlich rief ein besonders großer Nachtfalter: „Ich habe ihn!“
Alle eilten zu ihm hin. Da lag der Spiegel, einsam, am Rande der Quelle, welche mitten in der Lichtung lustig sprudelte.
„Ein Glück, dass noch niemand ihn zertreten hat. Es wäre schade um den magischen Spiegel!“ Die Eule fischte den Spiegel behutsam aus dem Wasser.
„Seht mal, er ist golden und silbrig umrandet! Oh, der ist schön!“

Es dauerte nicht lange und schon war ein Gerangel um den Spiegel ausgebrochen. Jeder wollte einen Blick hineinwerfen und sehen wie hübsch das eigene Gesicht sei: Naja, ging so. Man müsste dringend zum Frisör, sich die Barthaare schneiden oder sonst wo den Flor stutzen. Enttäuschung machte sich breit und die Tiere trotteten ziemlich ernüchtert zurück in den Wald, wo der Engel noch immer schlief.

„Ich frage mich, was dieser Engel an dem Spiegel findet. Ich auch. Und ich genauso“, murrten sie, als sie wieder vor ihm standen.
„Lass uns den Spiegel in seine Hand legen und dann von hier verschwinden“, meinte die Eule, „die Sonne steht bald auf und ich brauche dringend eine Mütze Schlaf.“
„Ich auch. Und ich genauso. Ich ebenfalls. Gute Nacht, allerseits!“, meinten die andern Tiere und einer nach dem andern strebte seiner Bettstatt zu.

Es wurde einen Moment lang mucksmäuschenstill im Wald. Die Nachttiere ruhten in ihren Betten. Sogar die Gräser und Moose waren eingenickt oder tranken genüsslich an dem frischen Morgentau, der sich über Nacht gebildet hatte.

Dann plötzlich hüpften kleine Sonnenkinder über das glitzernde Moos, tanzten mit den Waldveilchen und als sie den Schlafenden dort liegen sahen, kitzelten die Schelme dem koketten Engel an die Nase.
„He, was ist das?“ Der kokette Engel öffnete seine Augen.

Wunderbar war der Wald anzusehen, wie er da stand im goldenen Morgenlicht.

Etwas in des Engels Hand blitzte auf. Ein Sonnenstrahl war in das Spiegelglas gefallen und rieb sich den Allerwertesten. „Aua, was für ein hartes Teil ist das denn?“, schimpfte er und kletterte eilends hinunter.

Der kokette Engel aber freute sich wie ein Hans im Glück, als er seinen geliebten Spiegel erkannte. Sogleich hielt er ihn vor sein Gesicht und betrachtete sich ausgiebig. Von vorn. Von links. Von rechts. Von hinten. Und wieder von vorn. Ach, wie schön war es, sich wieder betrachten zu können. Die goldenen Locken hin und herschieben. Das Kinn heraus. Das Kinn herein. Die Lippen spitz. Die Lippen rund. Die blauen Augen auf und zu. Welch ein herrliches Leben!
Dem koketten Engel war als habe er nie etwas Schöneres gesehen. Je länger er sich betrachtete, je größer und erhabener kam er sich vor. Er, der allerhübscheste, intelligenteste Engel unter allen Engeln!

Der kokette Engel begann ein Tänzchen, drehte und wirbelte durch den Wald wie ein verrückt gewordener Kreisel.
Plötzlich jedoch wurde ihm schwindelig und er ließ sich ins Gras fallen. Da grummelte sein Bauch gewaltig, denn der Engel hatte seit Stunden nichts mehr gegessen.

Er erinnerte sich wie er von der weißen Wolke gestürzt und auf Mütterchen Erde gelandet war. Ihm wurde klar, dass er einsam in einem fremden Wald saß. Er rief leise nach den Tieren, die ihm gestern bei der Suche nach dem Spiegel geholfen hatten, doch niemand antwortete. Er blickte nach oben in den Himmel, aber Gott Väterchens Thron war nirgends zu sehen.
„Ich werde in die Spitze eines Baumes fliegen, vielleicht kann mich dort einer der Engel sehen.“ Er breitete seine Flügel aus und begann sie auf und ab zu bewegen, aber er hob keinen Zentimeter vom Boden ab. „Was ist nur los?“, dachte er, „ob ich zu schwer bin?“ Er schaute prüfend an sich hinunter, konnte aber nichts finden, was so schwer wog. „Also noch einmal probieren.“ Wieder stellte er sich in Position und versuchte zu fliegen.

Es half alles nichts. Er konnte einfach nicht abheben. Nochmals blickte er an sich hinunter, nahm sogar den Spiegel zu Hilfe. Aber, was war das? Der Spiegel in seiner Hand wog immerzu schwerer, so schwer wie eine Tonne Gold! Und noch seltsamer, der Spiegel war mit seiner Hand verwachsen. Ja, ärger noch, wo vorher seine linke Hand gewesen war, war nur noch der goldene Griff des Spiegels zu erkennen. Der kokette Engel war völlig eins geworden mit seinem Spiegel, und dieser war zu einer riesigen Größe herangewachsen.
Jedoch, die Flügel des Engels waren verkümmert. Winzig und kraftlos hingen sie an den Schultern des Engels.

„Meine Flügel! Was ist mit ihnen geschehen?“ Tränen schossen dem Engel in die Augen und sie kullerten platschplatsch ins grüne Moos.

„Brrr, widerlich!“ Das Moos schüttelte seine Mähne. Wo kommt denn all das Salzwasser her? Ist das Weintau aus dem Discounter?“
„Nein, ich bin’s“, schniefte der Engel.
„Du bist aber groß geworden, seit ich dich letzte Nacht gesehen habe“, murmelte das Moos. Bloß deine Flügel … sag bloß, du kannst nicht mehr in den Himmel zurück?“

„Ich glaube, ich bin mit meinem Spiegel verwachsen und jetzt bin ich viel zu schwer und zu groß. Was soll ich nur machen?“

„Wann genau bist du so groß und schwer geworden?“, fragte das Moos.

Der Engel fasste sich an den Kopf. „Das ist es! Als ich mich immer wieder im Spiegel betrachtet habe, habe ich nur noch mich gesehen. Alles andere habe ich nicht mehr wahrgenommen. Es gab nur noch mich. Ich fing an zu glauben, ich sei der Schönste, der Größte, …“

„Ja, ja, ich habe schon verstanden, du bist zu deinem Spiegelbild geworden“, brummte das Moos. Das hast du dir selbst eingebrockt! Und jetzt, was glaubst du, wer du bist? Wirklich bist?“

„Ein kleiner, einsamer Engel, der ziemlich selbstsüchtig war. Ja, und deswegen habe ich wohl keine Freunde, ich habe immer nur mich selbst gesehen. Schlimm, oder?

„Ja, ziemlich schlimm!“, meinte das Moos streng. „Aber du kannst dich ändern, wenn du nur willst!“

„Ich könnte zum Beispiel nur noch morgens in den Spiegel schauen. Ich könnte ordentlich im Himmelschor mitsingen, obwohl, das ist mir oft zu langweilig. Ich könnte Väterchen Gott um eine andere Aufgabe bitten. Eine, die zu mir passt.“

„Nicht schlecht für den Anfang“, meinte das Moos. „Oh, ich glaube, da kommt wer für dich!“

Tatsächlich schob sich nun ein Finger Gottes durch die Baumwipfel hindurch und berührte den koketten Engel.

Mit einem Mal löste sich der Spiegel, und die Hand des koketten Engels erschien wieder. Die Engelsflügel nahmen wieder ihre gewohnte Gestalt an, während der Engel schrumpfte, bis er genau in Gott Väterchens Hand passte. Zusammen stiegen sie in den Himmel hinauf.

Im Himmel angekommen reichte Väterchen Gott dem Engel den Spiegel in die Hand. „Nun, lieber Engel, was möchtest du von heute an in deinem Spiegel sehen?“

Der kokette Engel drehte den Spiegel unschlüssig hin und her, wagte aber nicht einen Blick hineinzuwerfen. Denn er wollte nie, nie mehr selbstsüchtig und eitel sein!

Väterchen Gott ließ ihn zur Probe noch eine Weile gewähren und schmunzelte anerkennend, als er in den Gedanken seines Engels las. Endlich ergriff er den Kleinen und hob ihn zu sich auf den goldenen Thron. „Nun?“, fragte er und zwinkerte ein bisschen mit den Augen.

Der kokette Engel seufzte erleichtert. „Kann ich auch etwas Anderes sehen als mich selbst?“, fragte er dann.“

„Ja, klar. Schließlich ist das ein Engel-Spiegel aus der himmlischen Engel-Glasmanufaktur! Du kannst darin alles sehen, was du willst. Du musst dich nur entscheiden!“

Der Engel dachte an die vergangenen Erlebnisse auf Mütterchen Erde zurück. „Also dann möchte ich alle Wesen sehen können, die so wie ich verlernt haben aufeinander zu achten und nur noch sich selbst kennen. Ich möchte zu ihnen hinfliegen können und ihnen meine Geschichte erzählen.“
Väterchen Gott lächelte und drückte dem kleinen Engel seinen Spiegel wieder in die Hand.

„Könnte ich auch einen neuen Namen bekommen, jetzt wo ich nicht mehr so kokett und selbstsüchtig bin?“

„Mmh … wie wäre es mit „Achtsamer Engel“? fragte Väterchen Gott.

„Oh, das ist ein toller Name. Der steht mir gut. Danke, Väterchen Gott!“ Der Engel drückte ihm einen schmatzenden Kuss auf die Wange.

Ein bisschen kokett ist er halt doch noch, unser Engel …

 

Sabina – ©Holda Stern 12.1.2016

 

Paul Klee Koketter Engel blog
Resonanzbild zu Paul Klees Engel: Der kokette Engel

 

gib einem koketten Engel niemals einen Spiegel

in die Engelshand

sein Spiegelbild wird ihn zu Fall bringen

© Holda Stern 14.1.2016

 

Erkennt eure Talente, erkennt euch selbst und habt Freude an euch selbst, mögt euch so wie ihr seid. Das ist gut und genug. Bringt euch in die Welt ein gerade so wie ihr es vermögt. Nicht mehr und nicht weniger. Dann ist es gut.

Ein gutes Wochenende wünsche ich euch und euren Lieben!

Liebe Grüße,  eure Holda Stern – Sabina

Experimentelle Acrylmalerei und plastische Kunst


Manche abstrakte Bilder gewinnen an Reiz und Bedeutung, wenn ihnen ein weiteres,  plastisches, symbolträchtiges Element zugefügt wird. So hatte ich vor rund einem Jahr ein Bild in der sogenannten „Schütt-Technik“ hergestellt: Die Acrylfarbe wird mit etwas Wasser verdünnt. Das Ganze wird in einem Joghurtbecher vermischt. Anschließend lässt man die Farbe über die Leinwand fließen und bewegt die Leinwand nach Wunsch hin und her. Nach der Trocknung kann man das Bild je nach Inspiration noch ergänzen.
Die Technik macht Spaß, aber um ein wirklich interessantes Bild zu erzielen, braucht es dennoch etwas Zeit und Ideen.
So war ich mit meinem Bild zwar zum Abschluss recht zufrieden, aber mir fehlte einfach der Kick darin, bzw. die Sinnhaftigkeit. Vor meinem inneren Auge entstand eine Vision …
Diese konnte ich aber erst im Herbst verwirklichen, nachdem ich auf eine fantastische Büste gestoßen bin. Seht selbst …

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Ohne diesen Kopf wäre das Bild nur ein Farbgewusel gewesen, das mich zwar an ein Korallenriff oder an eine Landschaft unter dem Meeresspiegel erinnerte.
Nun aber, jedesmal wenn ich diese Szenerie betrachte, stellt sich bei mir so etwas wie innerer Friede ein. So wie ein Korallenriff eben wirkt, trotz der Vielfältigkeit der Farben, trotz der vielen Verästelungen.
Dieser Tage fiel mir rechts im Bild noch etwas auf: Die rote Form hat die Form eines Ohrs, sehr ähnlich den Ohren des Buddha. Es ist für mich ein Ohr, das der Stille lauscht, vielleicht auch den Gesängen der Wale …
So inspiriert mich dieses Bild jedesmal aufs Neue. Ich hätte nie geahnt, dass ich einem abstrakten Bild eines Tages soviel abgewinnen könnte. Es ist ein langer Weg, bis man der Essenz der modernen Kunstrichtungen auf die Spur kommt. So langsam fange ich an zu begreifen …

Ich wünsche euch allen ein gutes Wochenende. Habt Spaß und freudige Momente, ob ihr nun Karneval feiert oder nicht. Lachen ist immer gesund, oder?

Eure Holda Stern

 

 

Wenn die Natur tanglet …


… dann schaut das so aus:

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Wenn ich es probiere, dann schaut es so aus:

 

Im ersten Zentangle habe ich die Muster Purk und Vega geübt, sie erinnerten mich spontan an Weihnachten …

Im zweiten Zentangle galt es die bisher gelernten Muster in Variationen zu malen.
Beide Zentangles haben mich mindestens zwei Stunden beschäftigt. Im Übungsbuch wird von einer halben Stunde pro Tag gesprochen. Ich weiß nicht wie ich das schaffen soll, solche Musterbilder so schnell und detailliert zu malen. Aus dem 6 Wochen Kurs wird wohl ein paar Monate Kurs werden. Auch gut. Ich gehe es ruhig und (bed)achtsam an. Zwischendurch habe ich ja auch noch anderes Handwerkliches zu tun 🙂

Liebe Grüße aus dem sonnigen Saarland, eure Holda Stern

 

 

 

 

 

 

Zentanglen …


… ist mein neuestes Hobby. Vor kurzem entdeckt und gleich liebgewonnen. Im Herbst hatte ich mir ein Lehrbuch angeschafft, weil ich ja nie eine Sache nur halb mache  🙂

Einige Zentangles wurden geboren … aber dann

brachte zunächst ein selbstgestrickter Laceschal eine Unterbrechung, dann die Faltkrippe in der Adventszeit, dann war Weihnachten angesagt. Jetzt habe ich wieder losgelegt und freue mich auf die halbstündige Übungszeit (fast) täglich.

Zentangles habe die wunderbare Eigenschaft zu beruhigen, zu entspannen, die Sinne zu schärfen. Sie wirken erholsam und schenken, einfach so, schöne Gefühle, weil man ja nichts , naja, fast nichts falsch machen kann. Man braucht nur ein kleines Stück Papier, einen Stift und schon kann es losgehen. Ein kleines Beispiel habe ich euch hier eingesetzt.

Vielleicht zentanglet jemand von euch ebenfalls? Oder ihr bekommt Lust dazu?

Im Übrigen habe ich früher schon, so vor fünfunddreißig Jahren, unter der Schulbank, klammheimlich ge-zentanglet, ach was, das hieß damals noch gar nicht so. Die Bezeichnung „Zentanglen“ klingt aber doch schick, oder?  🙂

12 Januar 2016

 

 

Liebe Grüße, eure Holda Stern

Weihnachtsbotschaft und Jahresende


Das Jahr verabschiedet sich auf leisen Sohlen.
Ich werde mir der fliehenden Zeit bewusst.
Was hilft’s?
Ich lehne mich zurück, lese ein Buch und trinke …
Kaffee!

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Weihnachtshimmel 2015
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Das Jesuskind ist geboren

Jedes Jahr aufs Neue überlege ich mir, was Weihnachten mir dieses Jahr erzählen will. In diesem Jahr kam mir immer wieder das Wort: „Würde“ in den Sinn: Jedes Kind, ja, jedes Lebewesen wird von Geburt an in Würde gekleidet geboren. Ich hoffe, meine goldene Krippendarstellung drückt das ein wenig aus.
Sogar den Hirten habe ich in Gold gefaltet. Ist er denn weniger wert als die Könige? Nein, hier sind alle Figuren gleich würdevoll und gleich wichtig.

Ich hätte am liebsten sogar die Schafe in Gold gefaltet … das Weiß, das an ihren warmen, kuscheligen Wollpelz erinnert, wollte ich dann doch nicht hergeben 🙂

Liebe Grüße, eure Holda Stern

 

Faltkrippe aus dem ARD BUFFET


Die Adventszeit über habe ich fleißig gefaltet, an einer modern gestalteter Krippe, sehr reduziert in den Formen, schlicht und doch glänzend.
Mit ein bisschen Stolz präsentiere ich Euch denn meine diesjährige Krippenszene:

 

Ich hoffe sie gefällt euch genauso wie mir. Gerade diese Schlichtheit hatte es mir angetan, die Figuren bestehen aus weißem oder goldenem Papier und Klebepads. Mit wenigen Mitteln wird etwas Schönes und Erhabenes geschaffen. Etwas, das in mir ein Ruheempfinden auslöst, einen inneren Frieden. Das Falten war meditativ und beruhigend. Einen schöneren Adventskalender hätte ich mir selbst nicht ausdenken können. Darum bin ich dem ARD Buffet Team dankbar.

Übrigens, das Kindlein kommt erst heute Abend hinein …

Die nächsten zwei Tage sind von Happy Time geprägt, ich werde mit meiner Familie meine beiden ältesten Söhne nebst Frauen besuchen. Auch ihnen vielen Dank für die Einladungen!

Euch allen wünche ich weiterhin gute Weihnachtstage!

Holda Stern