gestern, an meiner tür, der zigeuner mit dem kind


gestern, an meiner tür

der zigeuner mit dem kind

erinnerte mich daran,

dass auch ich

ein verlorenes kind

in einer harten welt bin

ein kind, das verzweifelt

einen platz sucht und

ihn nicht findet

wie weit

es auch reisen mag

ein kind in einer welt

dessen gutheit schale

hauchdünn ist

wie silberglanz auf

glaskugeln

©holda stern 4.12.2016

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Engel in engen Gassen

 Mögen wir in den kommenden Wochen als Engel in engen Gassen unterwegs sein und denen ein gutes Wort zukommen lassen, die unserer Freundlichkeit bedürfen …

Liebe Grüße, eure Holda Stern

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Malen mit Fotoprogrammen …


… ist gar nicht so schwer, wenn man lange genug experimentiert. Es macht sogar Spaß! Die Effekte verblüffen mich immer wieder aufs Neue. Wozu brauche ich noch teure Leinwand und Pinsel? Nein, Spaß beiseite. Beides ist inspirierend und tut gut.

Das Tolle ist, dass ich aus jedem noch so gewöhnlichen Motiv etwas Besonderes machen kann. Diesmal haben einige Gartenpflanzen einige Veränderungen erfahren:

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glutorange Hibiskusblüte …

 

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… wird zartblau

 

 

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Frühjahr und Herbst in einem

 

Ach ja, dann war ich noch in Frankfurt am Main, unter anderem im Palmengarten, aber die Fotos muss ich noch inspizieren. Die zeige ich euch später. Vorerst sind zwei sonnige Tage gemeldet, da muss ich doch an die frische Luft sprich Liegestuhl. Meinem Rücken etwas Ruhe spenden. Ob ich das schaffe? Einen Tag nichts tun? Nö, das weiß ich jetzt schon 🙂

 

Hier noch’n kleines Gedicht aus frühen Zeiten, aus einem andern Leben, so komt es mir vor und doch spüre ich es noch in mir …

in einer Bar

eine Bar
in einem Hotel
ich sitz am Tresen
Du neben mir
wir reden über dies und das
gleichgültig was
der Mond geht silbern auf
der Drink schmeckt süßer als je zuvor
Musik klingt leise
der Pianoman spielt einen Slow
wir tanzen
um unser Leben
nur einmal wird es so sein
die Zeit verrinnt
wie Sand
die Uhr tickt unerbittlich weiter
in mir weint etwas
in mir lacht etwas
in mir sehnt etwas
eine Bar
in einem Hotel
ich schau mich um
es war doch
nur
ein Traum

©Holda Stern im Januar 2008

Das allererste Gedicht, das ich schrieb … …


 

Blinde Vögel

prallen gegen

die Betonmauern der

Wolkenkratzer.

Federn

schweben hinab

leise, rauschend

sterben

ihre Flügelschwingen.

Erschauernd

bricht ihr Körper zusammen,

stürzt

in den Abgrund aus

Asphalt und

weißen Zebrastreifen.

Hilflos starren Kinderaugen

in die Höhe,

bis

der letzte Schrei

verflogen ist.

Dann

vergraben stumme

Kinderhände

die toten Vögel

unter

einem Kanaldeckel.

 

Holdastern 27.4.1982

Juchhu, der Frühling kommt!


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Pinkfarbene Tulpenpracht

 

Trotz des leidigen Wetters wagte ich mich dieser Tage in den Garten und schoss diese Photos …

 

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Stiefmütterchenwald

 

… just bevor eine erneute Regenschauer niederging.

 

Sogar die stolzen Magnolien trotzen majestätisch und würdevoll den Aprilschauern:

 

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Stolze Magnolien

 

Meine wundervollen tief pinkfarbenen Tulpen wackelten im Wind und wurden unscharf. Das „Schärfen“ mit Paint.Net ergab dieses reizvolle, fast abstrakte Bild:

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Spiel mit Tulpen

 

Mal wieder was dazugelernt! Auch das verwackeltste Foto kann noch etwas werden, wenn man nur die Fähigkeiten der diversen Computerprogramme kennt  🙂

 

Und zu dieser extravaganten Farbspielerei passt auch mein

 

QueenFarbtubensong

green, green, green
her die Flasche
ab die Lasche
ICH werd die Tasche
von der QUEEN, QUEEN, QUEEN

red, red, red
her die Tube
welch ein Jubel
ICH werd der Pudel
von der QUEEN, QUEEN, QUEEN

yellow, yellow, yellow
her das Töpfchen
weg das Stöpfchen
ICH werd das Krönchen auf dem Köpfchen
von der QUEEN, QUEEN, QUEEN

blue, blue, blue
her den Tiegel
auf den Riegel
ICH werd der Spiegel
von der QUEEN, QUEEN, QUEEN

gold, gold, gold
was will man machen?
ich will’s und werd’s entfachen:
ICH werd das LACHEN
von der QUEEN, QUEEN, QUEEN!

©Sabina/Holda Stern 11.März 2016

Texte an der Leine
Texte an der Leine

Diesen Song habe ich anlässlich der Lesung zur Bildausstellung „Even Queens get the Blues“ (Künstler N. Garjan Walisch) geschrieben und unter anderen vorige Woche in Vianden im alten Kino vorgetragen. Ich berichtete im vorigen Beitrag darüber. Hier ein Bild von einigen Texten, die wir geschrieben haben und die nach dem Vortrag an die Leine gehängt wurden. Ich hoffe, ihr habt ebenso Spass am Farbtubensong wie ich selbst, als ich ihn schrieb!

Alles Liebe, ich drücke uns allen die Daumen, dass der Frühling sich endlich seiner tragenden Rolle als Gutelaunemacher entsinnt, und uns im Mai die Sonne lacht!

Eure Holda Stern